Interessantes und Traditionen

Geschichte der Teichwirtschaft
 
Die Besiedlung des Wittingauer Beckens im 11. und 12. Jahrhundert ist insbesondere mit dem Wirken des mächtigen Geschlechts der Wittigonen verbunden. Ihm gehörten ausgedehnte Ländereien, die sich von der mährischen Grenze bis zu Hohenfurt (Vyšší Brod) erstreckten. Dieses Gebiet war zugleich ein Grenzwald, den der Historiker Teplý folgendermaßen beschreibt: Ein dünn bewohnter Urwald, eine gewaltige Waldwüste voll von Gewässern, Sümpfen, Seen, durchflossen von Bächen und Flüssen, eine Wüste, in der sich neben Bären, Wölfen, Luchsen und anderem Getier  nur Fischer, Biberfänger, Zeidler und Fürstenförster niedergelassen hatten…
Wie auch andernorts in den Böhmischen Ländern, so erweiterten auch im Süden die Klosterorden ihre Besitzungen, mit der Unterstützung der Herrscher sowie der mächtigen Feudalherren. Eine entscheidende Stellung unter diesen nahmen die Wittigonen ein. Die Nachkommen Wittikos III. ließen sich irgendwann vor dem Jahr 1250 eine Burg an der oberen Moldau errichten, die sie Rosenberg – Rožmberk  - nannten. Seit dieser Zeit trugen sie den Namen Herren von der Rose.
 
Persönlichkeiten der TeichwirtschaftJakub Krčín
 
Die Rosenberger gehörten zu den ersten Herrschaftsgeschlechtern, die die Organisation der Warenerzeugung einführten. Die Hauptquellen waren der Bergbau – Edelmetallgewinnung -  und Teichwirtschaft, zu deren bedeutendsten Vertretern Štěpánek Netolický, Mikuláš Rutard und Jakub Krčín zählen.
Das Handwerk der Teichgräber gehörte in der Mitte des 14. Jahrhunderts zu den einträglichen und folglich sehr angesehenen Formen menschlicher Kolonisationsarbeit, denn es wurden ganze Gebiete bisher unproduktiven Bodens entwässert, Wiesen erweitert, Sümpfe zu fruchtbaren Feldern gemacht und auf diese Weise Platz für neue Dörfer und Städte vorbereitet (Budweis, Pardubice, Vodňany und hundert Dörfer).
 
Neuzeitliche Geschichte
 
Die Aktiengesellschaft Třeboň a.s. entstand in ihrer heutigen Form am 1. Mai 1992 auf der Grundlage des Gesetzes über die große Privatisierung. Es handelt sich um eine Fischerei mit hundertjähriger Tradition, denn die meisten Teiche, die der Gesellschaft gehören, wurden schon Ende des 15. und vor allem im 16. Jahrhundert unter der Herrschaft des böhmischen Adelsgeschlechts der Rosenberger gebaut. Die berühmtesten Teich- und Wasserwerkbauer waren Mikuláš Ruthard aus Malešov, Štěpánek Netolický und Jakub Krčín aus Jelčany.
Ein Meilenstein in der Vervollkommnung und Entwicklung der Teichwirtschaft in der Třeboňer Region war das Buch von Josef Šusta (1853-1914) mit dem Titel „Die Ernährung des Karpfens und seines Teichgefolges“, das zu einem weltweit angesehenen Lehrbuch der Teichwirtschaft wurde. Šusta stellte durch seine Forschungen und ihre Überprüfung in der Praxis die Teichwirtschaft auf eine wissenschaftliche Grundlage und wird mit Recht als Nestor der modernen Teichwirtschaft bezeichnet.
Mit der Gründung der Tschechoslowakischen Republik am 28. Oktober 1918 und der ersten Bodenreform 1919 ging die Mehrheit der Teiche, die der Gesellschaft heute gehören, vom Besitz der Schwarzenberger und der Habsburger an den Tschechoslowakischen Staat über. Seit diesem Datum war die Aktiengesellschaft RYBÁŘSTVÍ Třeboň a.s. in verschiedenen Organisationsformen ein Staatsbetrieb. Zu einer Veränderung kam es am 1.5.1992 durch die Gründung einer Aktiengesellschaft ohne staatliche Beteiligung. Zu der Zeit der Gründung waren die Aktionäre zu 50% physische Personen und 50% der Aktien besaßen tschechische und slowakische Investitionsgesellschaften. Gegenwärtig werden die Aktien der Gesellschaft an der Börse und im RM-System gehandelt.
 
Třeboň - Geschichte
 
Die Anfänge dieser anmutigen Stadt, die sich inmitten einer Teichebene erstreckt, reichen etwa in die Mitte des 12. Jahrhunderts, als an einem der den tiefen Grenzwald durchquerenden Pfade eine kleine Marktgemeinde mit einem herrschaftlichen Gehöft entstand, heute unter dem Namen Třeboň (Wittingau) bekannt. Die Tatsache, dass dieser Ort zuerst gelichtet, gerodet und gereutet werden musste, war wohl auch namensgebend für die tschechische Bezeichnung der Gemeinde (Třeboň kommt vom Verb tříbit, das soviel heißt wie lichten, läutern, reinigen). Das ganze ausgedehnte Land bekam als seinen Dienstherrn vom König das erste bekannte Mitglied des später breit verzweigten Geschlechts der Wittigonen, den unternehmungslustigen Witego de Purschitz (Vítek z Prčic). Bald nach ihrer Gründung kam die Gemeinde in den Besitz des Zisterzienserklosters im oberösterreichischen Zwettl. Um 1250 bekamen die Brüder Pelhřim und Ojíř von der Landsteiner Linie der Wittigonen das Gebiet zurück. Um 1300 kann in Třeboň schon die Stadtbefestigung angenommen werden, die von außen durch einen Wassergraben verstärkt wurde. Die Gemeinde entwickelte sich schnell, und im Jahr 1280 wird schon die St. Ägidius-Kirche erwähnt. Třeboň wurde zum Zentrum der sich erweiternden Herrschaft. 1341 wird es als Stadt bezeichnet, und 1366 kommt zum ersten Mal auch die tschechische Bezeichnung vor -  neben dem bisher gebrauchten Witigenowe und Wittingau. Im Jahr 1366 gehen Třeboň und die anliegende Herrschaft in den Besitz der Brüder von Rosenberg über, unter deren Herrschaft die Stadt an Bedeutung und Reichtum gewann. Schon im darauf folgenden Jahr gründeten die Rosenberger in Třeboň ein Kloster, im Jahr 1376 erteilten sie der Stadt das sog. Recht der königlichen Städte, und 1378 erwirkten sie bei Karl IV. das Privileg für die Salzeinfuhr. Im ausgehenden 14. Jahrhundert wurde die Stadt schon mit gemauerter Befestigung und einem Graben umgeben. Diese Befestigung, zusammen mit der verstärkten Burg und dem sumpfigen Umland, machte aus Třeboň eine beinahe uneinnehmbare Festung. So hat es sich auch in den hussitischen Kriegen bewährt, während derer die Stadt einigen Angriffen standhielt. Die wirkliche Blüte der Stadt fällt in die Mitte des 15. Jahrhunderts. Peter IV. von Rosenberg (1462-1523) kümmerte sich mehr noch als seine Vorgänger um das Wirtschaften auf den eigenen Ländereien, und sein Untergebener Štěpánek Netolický begründete den Ruhm der hiesigen Teichwirtschaft. Eine genauso bedeutende Tat war auch die Errichtung der neuen Herrschaftsbrauerei im Jahr 1505.
 
Seinen größten Aufstieg erlebte Třeboň im 16. und am Anfang des 17. Jahrhunderts, insbesondere unter der Herrschaft der beiden letzten Rosenberger, der Brüder Wilhelm und Peter Wok von Rosenberg. Sie widmeten große Aufmerksamkeit der wirtschaftlichen Entwicklung der gesamten Herrschaft, hauptsächlich wieder der Teichwirtschaft und dem Brauwesen. Die Naturbedingungen des Wittingauer Beckens ermöglichten die groß angelegte Gründung von Teichen, und dadurch die Stärkung der Wirtschaft in der ganzen Region. Eine neue Ära des Aufschwungs und der Blüte kam, als Jakub Krčín von Jelčany an die Spitze aller Unternehmungsaktivitäten der Rosenberger gestellt wurde. Krčíns wirtschaftliche Reformen machten sich in Třeboň sowie seiner nächsten Umgebung bemerkbar. Seit 1602 war Třeboň sogar der Hauptsitz der Rosenberger, des damals mächtigsten südböhmischen Adelsgeschlechts. Nach dem Tod des letzten Rosenbergers Peter Wok im Jahr 1611 gingen die Herrschaft und die Stadt durch  Erbschaft  an die Schwanberger über, die sie aber auf Grund ihrer Beteiligung an dem Ständeaufstand gegen die Habsburger wieder verloren. Die ganze Herrschaft wurde konfisziert und Třeboň befand sich in den Jahren 1622-1660 im Besitz des Herrschergeschlechts der Habsburger. Im Jahr 1660 erwarb die Wittingauer Herrschaft Johann Adolf Fürst von Schwarzenberg als Anerkennung seiner persönlichen Verdienste. Die Schwarzenberger, in deren Besitz Třeboň bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts blieb, waren der Stadt geneigt. Třeboň erholte sich von den Kriegsschlägen und einigen verheerenden Bränden, die die Gestalt der Stadt beträchtlich angegriffen hatten.
 

Zur Belebung des sonst ruhigen Daseins im Städtchen kam es in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als Třeboň zur Kreisstadt wurde. Ein weiterer Impuls zu einem intensiveren Aufschwung der ganzen Region war der Ausbau wichtiger Kommunikationen, insbesondere der Eisenbahn mit Verbindung nach Wien im Jahr 1871. Bedeutende Veränderungen im Leben der Stadt brachte das Ende des Ersten Weltkriegs mit sich, als im Rahmen der ersten Bodenreform der gesamte wirtschaftliche Besitz der Schwarzenberger an den Staat überführt wurde. Der Zweite Weltkrieg forderte auch in Třeboň seine Opfer. Nach dem Ende des Krieges setzt sich auch hier erstmals die Großindustrie (Bekleidungsgewerbe und landwirtschaftliche Großproduktion) durch. Im Jahr 1960 wurde der Třeboňer Kreis aufgehoben und die Stadt erlangte den Status eines Badeortes

Der Chefkoch empfiehlt
Zander auf Sliwowitz flambiert:

250g Zanderfilet
Salz
Fischgewürz
mit Zitrone beträufeln
überbacken
Nach dem Überbacken mit Sliwowitz bespritzen und anzünden
Das Gericht mit Kartoffeln oder Gebäck servieren
Wir empfehlen Weißwein
GUTEN APPETIT